Käferknaben

Die breite Eiche ist nun gelb und braun.
Wo sind die dicken Käfer unter’m Baum,
die brummend, torkelnd ab und an
mir an den Kopf geflogen kam’n?

Der Tag war heiß, fast noch zu warm die Nacht.
Wir haben sie zum Tag gemacht.
War’s Dämmrung? Nacht? Ich weiß es nicht.
Wer kann’s schon sagen von dem Sommerlicht?

Plötzlich, da war’n sie da. Wie auf Trompetenstoß.
Alle auf einmal brummten los.
Mal grad, mal schräg, dann stürzten sie mal ab
brummelten wieder hoch, fingen sich ganz knapp,

Gemütlich,  lustig und so unbeschwert,
als ob ihnen allein die ganze Welt gehört.
Wo sind sie hin? Wer hat sie uns geraubt,
die dicken Käfer unter’m Eichenlaub?

“Es waren mal drei Käferknab’n,
die wollten mit Gebrummummummummumm
vom Tau ein Tröpfchen trinken und waren so betrunken,
als wär’s ein Fass mit Rummummummummumm …”

4Sie kommen wieder.
Bestimmt.

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Die Pulververschwörung

Big Ben

Guy Fawkes Day

Denk dran, denk dran, am 5. November
gab’s Pulver, Verschwörung, Verrat.
Ich weiß keinen Grund, warum bis zur Stund
vergessen sein sollt’ diese Tat.
Guy Fawkes, Guy Fawkes
seine Absicht man kennt:
in die Luft jagen König und Parlament.
Schafft’ drei Zwanziger-Ladungen  Fässer herbei,
voll Pulver, dass Alt-England zerstöret sei.
Nur durch göttliche Fügung man fassen ihn konnte,
mit trüber Latern’ und schon brennender Lunte.
Heiho Jungs, heiho Jungs, läutet Glocken nicht wenig,
heiho Jungs, heiho Jungs, Gott schütze den König!
Hip hip hurrah!
(Eigene Übersetzung! Copyright!)

Guy Fawkes

Remember, remember the fifth of November,
gunpowder, treason and plot,
I know of no reason why gunpowder treason
should ever be forgot.
Guy Fawkes, Guy Fawkes,
’twas his intent
to blow up the King and the Parliament.
Three score barrels of powder below,
Poor old England to overthrow:
By God’s providence he was catch’d
With a dark lantern and burning match.
Holloa boys, holloa boys, make the bells ring.
Holloa boys, holloa boys, God save the King!
Hip hip hoorah!

Verschwörer

Weihnachtsgedicht

W6

Wie funkelt uns der Weihnachtsstern
In rot und gelb und grün und blau,
wie hab ich Tannen doch so gern,
wenn ich auf ihre Deko schau!

Die Kinderlein so lieb und nett,
die kleinen Mündchen staunend offen,
strahlen mit Sternen um die Wett.
Sie haben Niklas wohl getroffen.

Oh seht doch, dort an dem Balkon,
was hängt da an der Leiter?
Da klettert ja der Weihnachtsmann!
Er klettert immer weiter,

bis endlich er zum heil’gen Christ
sein trautes Ziel erreicht,
wo die Familje versammelt ist
und glücklich sich die Hände reicht.

Und Rudolph wartet derweil unten,
die rote Nase tief versteckt
im Weihnachtstütchen, einem bunten,
damit auch niemand ihn entdeckt.

Da leuchtet’s rot, da strahlt es hell
und Rudolph hebt das Köpfchen.
Was biegt da um die Ecke schnell?
Das klingt doch nicht nach Glöckchen!

Hei-ho, das ist nach sei’m Geschmack,
da tanzen seine Glieder.
Das ist der Coca-Cola-Truck,
der kommt mit Weihnachtsliedern!

Oh Coca-Cola-Weihnachtsmann,
mach mir mein Herz bereit,
zünd mir dein buntes Blinklicht an,
zur innig-süßen Weihnachtszeit!

Herbst in Köln

Dat Wetter is mies,

et ränt wie e Bieß,

die Bösch dunn ertrinke,

dä Hungk is am stinke,

ich quäl mich dörch dr Matsch,

dä, bal wör ich hingeklatsch!

Hunk, nu dunn nit esu renne!

Wat is do henge am brenne?

De Häng deef en dr Botzetäsch verkroche

han die sich ald et Määtesfüür aangestoche.

Weil, bei demm Rän do brennt dat jet ärm –

un usserdemm isset och lecker wärm.

Ja, hammer dann Zinter Määtes hück?

Ich luur mich öm, och wat sin die flöck

am renne, die Pänz met de bunte Lämpcher!

Och nä, dat sin nur die Hüng met ehr Bändcher.

Do steiht och dä Wage vun dem Päd.

Op Päd lääsch dä Pastur immer Weet.

Dann deiht och bestemmp em Kengerjaade

dä Glühwein op die Ahle waade.

Och rüch dat lekker! Sin die ald am suffe?

Fass wör ich do hösch erin gekruffe.

Et ränt wigger. Pastur es jet flöcker am bedde,

e bessche feucht klinge och schon die Tröte.

„Dä hillige Zinter Määtes, dat wor ne gode Mann,

he gov die Hüng die Lämpcher un stoch se selver an …“

Wie, schon vörbei? Dat wor ävver flöck!

Kölle em Rän – et kütt, wie et kütt.

Hundegedichte

Poesie mal grundsätzlich

Wenn ein Weib mir Lieb verspricht,
baue ich ihr ein Gedicht.
Roll die Augen himmelwärts,
öffne weit mein treues Herz,
schreib, wie’s eingibt die Natur,
meckern stört mich nicht die Spur.

Der Regenguss

Wenn es schüttet wie aus Eimern,
ist es draußen ganz gemeinern.
Man rüttelt und man schüttelt sich,
der Regen, der bleibt über mich.
Reiß aus vor diesem Ungemach,
such dir ein Plätzchen unterm Dach.

(Und zwar rechtzeitig genug, sonst kriegst du wieder zu hören: hau ab, du stinkst!)

Geburtstagsständchen

Würd’ ich heut’ zwei Karnickel fangen,
ich würde Dir eins schenken.
So aber muss es für Dich langen
Deiner zu gedenken.

Mein Frauchen geht jetzt aus dem Haus
und ich geh wieder ratzen.
Wär ich bei Dir, säh’s anders aus:
ich jagte Deine Katzen.

Liebesgedicht

Alte Knochen, Lebertran,
toter Fisch und Moderkram,
köstlich auch des Joggers Schuh,
doch am schönsten duftest Du.

Umbaumaßnahme

Isch bau mir enen neuen Aasch,
ming ahle es kapott.
Isch han en em Spegel angeluurt
und daach, do leeven Gott,
zig Johr läuf dä nu hinger mir
hätt nix gesaat und doch,
hück morgen han isch et gesinn:
ming Aasch, dä hätt e Loch.

Isch bau mir enen neuen Aasch,
dat han isch hück beschlosse.
Dat ahle Dingen han isch nu
lang genoch genosse.
Off han isch misch geschammt und wollt
misch in dr Rhing versenke,
denn isch kann maache, wat isch well,
ming Aasch, dä is am stinke.

Isch bin och ald beim Aatz gewäs,
doch dat hätt keine Nutzen.
He säät, ming Aasch wör ganit schlääch,
isch mööt en nur ens putze.
Da och noch met de Fingere rin,
dä Doof, dä es bekloppt,
isch han vum Driss die Nas jetz voll
un bau mir en neue Fott.

Philosophische Meditation

Wenn ich Gedanken schweifen lass,
So kommt mir in den Sinn das Fass.
Gefüllt ist’s meist mit kühlem Nass.
Es lebe hoch mein Freund, das Fass!

Das liebe Fass, Ihr glaubt es nie,
Ist Focus der Philosophie.
Denn Dummheit frisst, Intelligenz, die säuft.
Drum hat das Fass nen Hahn, draus läuft
Der gute Wein und auch das Bier,
der Weisheit Lebenselexier.

Diogenes war so angetan
Vom Fass, dass er’s zur Wohnung nahm.
Auch Thomas, braver Kirchenlehrer,
War vom Fasse ein Verehrer.
Im Kloster wohnt’ er zwar, bei Mönchen,
Doch schuf er seinen Leib als Tönnchen.
Des Denkens hoher Geistesritter
Barg drin so manchen Hektoliter.

Hoch ist der Himmel, strahlend schön,
Und viele möchten gern hingehn.
Er lacht und reizt und zieht, und doch,
Den Denker zieht’s ins Kellerloch.
Da grübelt einsam er fürbass,
In seinen Armen ruht das Fass.

Das Fass hat einen Nachteil schwer:
Wenn man draus trinkt, so wird es leer.
So ward die Leere als Problem
Bei Philosophens angesehn.
Den Grund hat einer schon gesichtet:
Ein Glas ist nichts, und Nichts, das nichtet!
Doch ist’s als Lösung nicht so toll:
Davon wird’s Fass nicht wieder voll.
So bleibt die Aporie voll Pein:
Der Wein ist weg, wo ist sein Sein?

Schwer grübelnd sage ich Euch: nun,
dagegen ließe sich was tun.
Vergehn tut alles hier auf Erden.
Doch gibt’s auch immer neues Werden.
Kameraden, wisst ihr, was?
Ich geh und hol ein neues Fass.

Wenn ich Gedanken schweifen lass,
So kommt mir in den Sinn das Fass.
Gefüllt ist’s meist mit kühlem Nass.
Es lebe hoch mein Freund, das Fass!